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“Never Doubt” von Emma Scott

Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine Rezension zum Buch “Never Doubt” von Emma Scott, welches am 28.07.2020 im LYX Verlag erschienen ist. Das Buch hat 485 Seiten und mein Exemplar ist eine Klappenbroschur für 12,90 €.

Quelle ist die Verlagsseite, eine direkte Verlinkung findet ihr unter der folgenden Inhaltsangabe

Manchmal braucht man die Worte eines anderen, um seine eigene Geschichte zu erzählen …
Für das, was vor einem Jahr geschah, hat Willow keine Worte. Erst als sie die Rolle der Ophelia am städtischen Theater bekommt, sieht sie eine Chance, ihren Schmerz mit den Zeilen Shakespeares in die Welt zu schreien. Ihr Hamlet ist Isaac Pearce, der Bad Boy der Stadt. Instinktiv versteht Isaac ihren Hilferuf, und mit jeder Konfrontation der tragischen Liebenden auf der Bühne kommen Willow und Isaac sich näher. Doch um wieder wirklich zu leben, muss Willow ihre eigene Stimme finden …
Quelle

Zweifle an der Sonne Klarheit,
Zweifle an der Sterne Licht,
Zweifle, ob lügen kann die Wahrheit,
Nur zweifle an meiner Liebe nicht!

aus “Hamlet” von Wiliam Shakespeare

Normalerweise bringe ich an der Zitat-Stelle immer ein Zitat aus dem Buch. Nunja, dieses hier befindet sich zwar auch in “Never Doubt”, aber ursprünglich kommt es aus William Shakespeares “Hamlet”. Diese Geschichte spielt eine große Rolle in Emma Scotts neuestem Roman.

Während Willow froh ist, in die kleine Stadt Harmony zu ziehen wo sie kein Mensch kennt will Isaac nichts lieber als daraus zu verschwinden. Die beiden sind zwei verlorene Seelen mit traumatisierenden Vergangenheiten. Sie kommen aus verschiedenen Welten, sind im Herzen aber gleich. Beide tun sich schwer damit, über die prägenden Ereignisse der Vergangenheit zu sprechen und beiden hilft das Theater, ihre ungesagten Gefühle und Worte auszudrücken.
Der schweigsamen Jungen aus schwierigen Verhältnissen, der zwar hart wirkt aber ein weiches Herz hat und das Mädchen aus gutem Hause, das verloren wirkt und viel verloren hat sind nur zwei Klischees dieser Geschichte. Allerdings möchte ich hier erwähnen, dass es zwar einige Klischees gibt, ich diese aber nicht als störend empfand: zu geschickt ist einfach Emma Scotts Schreibstil.
Der Aufbau der Geschichte ist sehr behutsam, ohne große Höhen und Tiefen – was keinesfalls heißt, dass sie langweilig ist oder nichts passiert. Es geschieht so einiges, vorallem in der Entwicklung der beiden.
Ich empfand die Ruhe des Schreibstils eigentlich sogar als ziemlich passend, wenn man überlegt, dass Isaac und Willow beide nach außen hin ruhig wirken, durch das Theater aber so viel ungesagte Worte rausbrüllen – ähnlich ist es mit der schlimmen Thematik. Sie ist durchgehend präsent, meistens leise im Hintergrund aber trotzdem schmerzhaft laut. Sie wurde authentisch und offen dargelegt und ich hatte oft Tränen der Wut oder des Mitleids in den Augen. Solche Erfahrungen sollte NIEMAND mitmachen müssen.
Was mich ein bisschen gestört hat war die fehlende Triggerwarnung: also an dieser Stelle, falls ihr Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen machen musstet: euch könnte dieses Buch triggern. Es gibt zwar ein Vorwort, was aber meiner Meinung nach einfach nicht ausreichend ist.

Trotz der Klischees und der fehlenden Triggerwarnung bin ich dennoch verliebt in das Buch und den Schreibstil. Emma Scott hat gekonnt eine klassische Geschichte mit einer modernen kombiniert und dadurch etwas komplett neues erschaffen. Ich fand es toll, wie sich die Charaktere durch ihre Rollten ausdrücken konnte und werde Theateraufführungen künftig mit ganz anderen Augen sehen. Ich habe mich in der Geschichte verloren und sie von der ersten bis zur letzten Seite gefühlt.

“Never Doubt” regt zum Nachdenken an und ist unglaublich berührend, der Schreibstil ist einzigartig: nur wenige Autoren schaffen es mit einer ruhigen Handlung so viel Emotionen in die Welt zu brüllen. Etwas, das ich definitiv aus der Geschichte mitnehme wäre, dass man immer das Beste aus jeder Szene und jedem Akt machen, und vorallem jedes Kapitel seines Lebens genießen sollte, egal wie hart es manchmal ist und scheint.


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